Coaching auf dem Boot?

Lange habe ich über dieses Thema nachgedacht. Bei einem Segeltörn, an dem ich Teilnehmen durfte, hat ein Kollege unter anderem Coaching angeboten. In einer größeren Gruppe stellte sich aber das Problem der Abgeschiedenheit, bzw. der Privatsphäre. Ganz nebenbei ist es schwierig, ein Flipchart und sonstiges Material mitzunehmen. Es braucht also einiges an Überlegung und Vorbereitung. Bzw. der Coach muss mit wenigen Mitteln auskommen. Je nach verwendeter Methode oder Vorgehensweise kann das Funktionieren.

Für mich käme nur ein Boot vor Anker in Frage. Denn während dem Segeln, kann ich mich entweder auf den oder die Klientin konzentrieren oder auf die Bootsführung. Ansonsten besteht natürlich die Möglichkeit erst zu segeln und dann im Hafen oder in einer ruhigen Ankerbucht in ein Coachinggespräch einzutauchen.

Für viele meiner Segelgäste, ich führe von Zeit zu Zeit Skippertrainings durch oder bin mit Gästen als Skipper auf größeren Segelyachten unterwegs, ist das ruhige Dahingleiten unwahrscheinlich gut geeignet um „runter zu kommen“, um Abstand zum Alltag zu gewinnen. Bei jemandem der sehr in seinem Hamsterrad feststeckt, kann dies genau der richtige Impuls sein um überhaupt in diesen „Selbstreflektions-Modus“ zu kommen.

So gesehen, wäre ein Segelboot also auch ein Coachingwerkzeug und nicht nur eine „coole Location“.  Als eine mögliche Intervention, ein wichtiger Impuls, gefällt mit die Idee des Coachings auf dem Boot, trotz Enge, trotz der Einschränkungen, die sich aus dem ungewöhnlichen Umfeld ergeben.

Andere, weitere Möglichkeiten könnten die Abgeschiedenheit eines Klosters, einer Berghütte oder jedes anderen ungewöhnlichen Ortes darstellen. Der Zauber, die Magie des Ortes muss die gewünschte Intervention unterstützen, dann ist er gut gewählt und hilft dem Klienten.